Palliativstation

Tja, so kann es gehen: die neue Chemo, die ich zunächst gut vertragen hatte, schlug plötzlich um: meine Leukozyten waren ja schon so runter, dass die Therapie zweimal verschoben werden musste.

Aber nach der vierten Chemo begannen kräftiger Durchfall mit Erbrechen — Nahrungsaufnahme war zwar möglich aber wirkungslos. Nach dem 17.11. verschärfte sich das Problem derart, dass meine Körperkraft am folgenden Wochenende so weit runter war, dass ich nur mit großer Mühe die Treppen besteigen konnte. Daher haben wir beschlossen, die Onkologie Lerchenfeld um Hilfe zu bitten. Innerhalb kurzer Zeit bekam ich dann ein Bett in Barmbek zugewiesen., wo ich seit Montag, dem 23.11., liege. Mein Onkologe in Lerchenfeld zeigte sich reichlich geschockt — da bin ich wohl ein Ausreisser.

Es stellte sich heraus, dass ich wegen meines schlechten Immunsystems etliche Infektionen im Körper habe, die erstmal besiegt werden müssen. Leider war auch der Kaliumspiegel gefallen. Außerdem habe ich einen Pilzbefall im Mund, der die Nahrungsaufnahme sehr schwer macht. Und als Bonus dann auch noch erhöhte Temperatur (37,9°). Naja, das wird dann doch wohl ein anderer Weg als ursprünglich gedacht...
Erstaunlicherweise zeigte sich hier wieder die Akne.

Tja, die Werte werden langsam besser, hoffentlich hilft auch die heutige (25.11.) Infusion mit Blutplättchen... Langsam ernährt sich das Eichhörnchen. Schritt für Schritt wird es also besser.
Was ist das bisher für mich Schlimmste? Die Hilflosigkeit und die absolute körperliche Schwäche.

Nach einer Woche im Krankenhaus wurde ich dann entlassen. Alle Werte haben sich verbessert, die Infektionen und der Pilz sind auf dem Rückzug. Allerdings ist die körperliche Schwäche noch vorhanden, so dass ich zur Zeit aus Sicherheitsgrüden einen Krückstock benutze.

Durch die vielen Infusionen sammelte sich Wasser in den Beinen, was z.B. das Treppensteigen zur Qual machte. Glücklicherweise wird der Zustand langsam besser. Eine Krücke benötige ich aber immer noch. Die Sphinx gab ja ein Rätsel auf mit der Zeile: Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig

Das Wasser hatte eine so große Menge angenommen, dass es Anfang 2016 auf der Onkologie entfernt werden musste.


Bei Interesse freue ich mich auch nun über jeden Beitrag.
Stand: 12.1.2016