Zwischenstand

Trotz der Schwere der Erkrankung habe ich die Diagnose mental gut überstanden. Ich sehe mich als Berufsoptimisten und hoffe, dass mein Humor auch in der Folgezeit meine große Hilfe sein wird genau wie meine Frau, die mir in dieser Zeit sehr viel Kraft gibt. Ein anderer positiver Aspekt ist, dass ich nie Blinddarmprobleme bekommen werde

Es ist wie es ist. Wenn auch aus einer anderen Perspektive, so hat John Callahan1 diese Einstellung 1999 in seinem Buch „Don't worry, weglaufen geht nicht“ beschrieben. Ich finde es wichtig, die Krankheit zu akzeptieren. Die einzige Angst, die ich habe, ist, meinen Humor zu verlieren. Ich vertraue da auch dem technischen Fortschritt — in dem Buch „Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick“ (u.a. von Henryk M. Broder) steht das schöne Zitat: „Die Mär von der guten alten Zeit lässt sich mit einem Wort widerlegen: Zahnheilkunde“ (Gut, es gibt Gegenbeispiele z.B. aus dem Bereich der Hochpreistelefone, wo ein alter Spruch nun lautet Wieso ist der Apfel krumm?)

1. John Callahan war ein amerikanischer Cartoonist, der seit seinem 21. Lebensjahr querschnittgelähmt war und mit 59 Jahren gestorben ist. Daher auch der Titel seiner Autobiographie „Don't worry, weglaufen geht nicht“ (1999). Er hat häufig auf makabere, politisch inkorrekte Art und Weise Behinderungen und körperliche Unzulänglichkeiten verarbeitet, die enthalten sind in den Karikaturensammlungen „Du störst“ (1992) und „Deine Stalltür ist offen“ (1993). Ob ich auch eines Tages als Betroffener Witze machen werde? Nach dem Motto: Wegen einer Metastase wurden 50% meiner Leber entfernt. Ich trinke jetzt nur noch kleine Biere.
Oder etwa Two more: Englischer Onkologe entdeckt weitere Metastasen (Quelle: Postillon)